With your help man will be what he was born to be: free and independent.
Weisse Rose 2.0

Wissenschaft

Die Theorie der Schweigespirale

Große Resonanz weit über die Fachwelt hinaus fand Elisabeth Noelle-Neumann mit der Theorie der „Schweigespirale“.1) Diese Theorie versucht, Meinungsumschwünge in der Gesellschaft, insbesondere bei moralisch-emotional aufgeladenen Streitfragen, sozialpsychologisch zu erklären. Vielleicht gerade weil Noelle-Neumanns Annahmen zur sozialen Natur des Menschen kontrovers sind und populären Idealvorstellungen des rational gesteuerten, autonomen Individuums zuwiderlaufen, zählt die Schweigespirale zu den am meisten zitierten und replizierten Theorien der Sozialwissenschaften.2)

Die Theorie der Schweigespirale lässt sich in folgende Kernaussagen zerlegen:3)4)

  • Die meisten Menschen fürchten soziale Isolation.
  • Menschen beobachten daher ständig das Verhalten anderer, um einschätzen zu können, welche Meinungen und Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit Zustimmung
oder Ablehnung finden.
  • Menschen üben Isolationsdruck auf andere aus, beispielsweise, indem sie den Mund verziehen oder sich abwenden, wenn jemand etwas sagt oder zeigt, das von der öffentlichen Meinung missbilligt wird.
  • Menschen neigen dazu, ihre eigene Meinung zu verschweigen, wenn sie denken, dass 
sie sich mit ihrer Meinung dem Isolationsdruck anderer aussetzen würden.
  • Diejenigen hingegen, die öffentliche Unterstützung spüren, neigen dazu, ihre Meinung laut und deutlich zu äußern.
  • Laute Meinungsäußerungen auf der einen und Schweigen auf der anderen Seite setzen den Schweigespiralprozess in Gang.
  • Dieser Prozess entzündet sich typischerweise an emotional aufgeladenen Themen.
  • Herrscht in einer Gesellschaft Konsens, ist es unwahrscheinlich, dass eine Schweigespirale in Gang kommt. Es sind üblicherweise kontroverse Themen, bei denen ein Schweigespiralprozess entsteht.
  • Die tatsächliche Stärke der Meinungslager muss nicht ausschlaggebend sein für ihr Gewicht in einem Schweigespiralprozess. Die Meinung einer Minderheit kann in der Öffentlichkeit als Mehrheit erscheinen, wenn ihre Anhänger nur selbstbewusst genug auftreten und ihre Meinung öffentlich mit Nachdruck vertreten.
  • Die Massenmedien können einen maßgeblichen Einfluss auf Prozesse der öffentlichen Meinung ausüben. Wenn die Medien wiederholt („kumulativ“) und übereinstimmend („konsonant“) ein Meinungslager unterstützen, hat es deutlich erhöhte Chancen, aus der Schweigespirale als Sieger hervorzugehen.
  • Isolationsfurcht und Isolationsdrohung sind unterschwellig wirksam, die meisten Menschen denken nicht bewusst darüber nach, inwieweit sie ihr Verhalten an der öffentlichen Meinung orientieren.
  • Öffentliche Meinung findet ihre Grenzen in Zeit und Raum. Soziale Kontrolle durch öffentliche Meinung gibt es immer und überall, wo Menschen in Gesellschaften zusammenleben. Was konkret von der öffentlichen Meinung gebilligt oder abgelehnt wird, ändert sich jedoch mit der Zeit und unterscheidet sich von Ort zu Ort.
  • Öffentliche Meinung stabilisiert und integriert die Gesellschaft, weil Konflikte durch Schweigespiralen zugunsten jeweils einer Auffassung beigelegt werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Integrationsfunktion der öffentlichen Meinung.
1. Elisabeth Noelle-Neumann: Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung – unsere soziale Haut. Piper, Zürich/München 1980.
2. Wolfgang Donsbach: Die Schweigespirale. In: Christina Holtz-Bacha & Arnulf Kutsch (Hrsg.): Schlüsselwerke für die Kommunikationswissenschaft (S. 336-339). Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2002.
3. Thomas Roessing: Öffentliche Meinung. In: Wolfgang Schweiger & Andreas Fahr (Hrsg.): Handbuch Medienwirkungsforschung (S. 481-494). Springer, Wiesbaden 2013.
4. Elisabeth Noelle-Neumann & Thomas Petersen: The spiral of silence and the social nature of man. In: L.L. Kaid (Hrsg.): Handbook of Political Communication (S. 339–356). Lawrence Erlbaum, London 2004.
Unser Gehirn verdrahtet sich in jungen Jahren so, dass wir als Alte kaum mehr aus unseren gelernten Denkstrukturen ausbrechen können

Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch; sie liessen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h. alle visuellen Reize waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts zu tun mit ihrem ´Glaubenssystem`. Als man ihre Gehirne untersuchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizonta-
len Welt. In anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schliesslich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.

Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC = Premature Cognitive Commitment, was so viel bedeutet wie: auf frühkindlicher Sinneserfahrung beruhende Festlegung. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten, biopsychologischen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert, und Festlegung, da es uns in einer bestimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert, in dieser Realität zu leben.

Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Wir können ein einfaches Experiment machen mit Fliegen, die man in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen – ausgenommen einige Pioniere – werden den Topf nicht verlassen können, auch wenn er nun offen ist; denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum oben begrenzt ist.

Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten; schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker als ein Weihnachtsbaum sind. Der Elefant ist nicht in der Lage zu entkommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreissbar.

Gehen Sie zu einem Aquarium und reden Sie mit den Leuten, die mit Fischen experimentieren, dann erfahren Sie, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die grossen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit kann man die Trennwände entfernen; die Fische schwimmen so weit, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.

—–

Müssen wir uns da noch wundern, warum hier auf dem Blog gerade die systemkritischen Artikel so schlecht bewertet werden. Vermutlich wird auch dieser Artikel wieder wenige Sternchen erhalten.

Mir ist es gestern passiert, dass ein junger Mann sich auf Facebook aus einer Grupper verabschiedet hat, nach dem er den zuvor veröffentlichten Artikel mit der Geschichte mit dem Truthahn gelesen hatte. Er konnte diese Geschichte einfach nicht auf sich und sein Denken über sein Weltbild übertragen. Er sagte nur noch „Dummheit stirbt nicht aus“ und war weg. Ob er doch ahnte, was das los ist?

Gehirnforschung: 80% der Menschen können besorgniserregende Meldungen überhaupt nicht verarbeiten !

Gehirnforscher nennen es auch „unrealistischen Optimismus“, was im Endeffekt nichts weiter bedeutet, als dass bei der Mehrheit der Bevölkerung essentielle Teile des Gehirns einfach herunterfahren, wenn sie mit der Wahrheit konfrontiert werden. Die Leiterin einer jüngst durchgeführten Studie, mit der dieser Sachverhalt nun durch Messungen der Gehirnaktivität belegt werden konnte, macht dieses zuvor umstrittene Phänomen sogar für den Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2008 verantwortlich

Wenn Sie Ihre Mitmenschen wieder einmal auf reale und besorgniserregende Sachverhalte aufmerksam machen wollen, während diese sich nicht darum zu scheren scheinen, das von Ihnen Gesagte als Schwarzmalerei beiseite wischen und sich stattdessen „unterhaltsameren“ Dingen zuwenden – Seien Sie beruhigt, das hat nichts mit Ihnen zu tun!

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt laut jüngster Erkenntnisse der Gehirnforschung in einer Fantasiewelt, die auch als „unrealistischer Optimismus“ bezeichnet wird. Kurzum: Der Stirnlappen (präfrontaler Cortex) wird einfach heruntergefahren, wenn Meldungen herein flattern, die sich nicht mit ihrer Wohlfühlwelt vereinbaren lassen.

Forscher in London haben diese Tatsache – die bis vor Kurzem noch heftig umstritten war und mit Verweis auf statistische Fehler beiseite gewischt (!) wurde – nun durch Messungen der Gehirnaktivität und detaillierte Überprüfungen belegen können. Die Leiterin der Untersuchung, Dr. Tali Sharot, sagte zu den Ergebnissen:

„Unsere Untersuchung legt nahe, dass wir uns die Informationen gezielt aussuchen, die wir hören wollen. Umso optimistischer wir sind, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass negative Informationen über die Zukunft Einfluss auf uns haben. Für die geistige Gesundheit kann dies Vorteile mit sich bringen, aber es gibt ganz offenkundige Nachteile. Viele Experten sind der Meinung, dass die Finanzkrise des Jahres 2008 durch Analysten herbeigeführt wurde, welche die Kursentwicklung ihrer Vermögenswerte selbst angesichts eindeutiger gegenteiliger Beweise überschätzten.“

Bei der Untersuchung dieses den Lesern alternativer Medien hinlänglich bekannten und in ihrem Lebensumfeld eingehend studierten Phänomens kamen die Forscher zu dem Schluss, dass 80% aller Menschen Optimisten sind, ohne davon zwangsläufig auch nur die leiseste Ahnung haben zu müssen.

Gegen Optimismus als solches ist ja nichts einzuwenden, doch wenn man zu dem Optimismus gelangt, ohne das zuvor alle relevanten und zugänglichen Tatsachen im Gehirn verarbeitet werden, dann ist das in der Tat recht bedenklich. Der Theologe Frank Ochmann kommentierte die mit den Forschungsergebnissen einhergehenden Implikationen am Beispiel der Finanzkrise mit den Worten:

„Die Lehman Brothers oder die Anleger von Bernard Madoff und Konsorten können wir gleich noch dazunehmen. Wenn es meist die Gier war, die den Verursachern der Finanzkrise 2008 nachträglich – und sicher zu Recht – zur Last gelegt wurde, so kommt ein weiterer Aspekt dazu: überzogener Optimismus … Denn was die Gier als erstrebenswert vorgaukelte, das hat der Optimismus in erreichbare Nähe geschoben. Dass darunter der Abgrund lauerte, wurde schlicht übersehen. Nur gut, dass in der jetzigen Krise alles ganz anders ist. Bestimmt. Wir müssen es nur glauben.“

Dass Ochmann das Ausbrechen der Finanzkrise der „Gier“ zuschreibt, entbehrt zwar nicht der kollektivistischen Wohlfühldenke eines politisch korrekten, in einer globalistische Diktatur eingebetteten Menschen, greift aber zu kurz.

Vielmehr ist der Ausbruch der Finanzkrise den korrupten westlichen Politikern – die ihren „optimistischen“ Sklavenschafen vorgaukeln, sie hätten als „mündige Bürger“ ein Mitspracherecht – sowie dem nicht minder skrupellosen internationalen Zentralbankwesen anzulasten, die von oben nach unten systematisch alle Schutzwälle vor dem korporativistischen Faschismus und dem globalen Derivate-Casino eingerissen haben.

Während wohlmeinende Zeitgenossen die Politiker mit dem Argument, bei ihnen würde es sich um korrupte, machtbesessene und gierige Vollidioten handeln, noch glaubhaft in Schutz nehmen könnten, muss zumindest dem internationalen Zentralbankwesen, ihren Privateignern und anderen illuministischen Monetaristen Vorsatz unterstellt werden – doch wäre es unrealistisch optimistisch anzunehmen, dass die für die Wahrnehmung derartiger Sachverhalte essentiellen Gehirnregionen der Redakteure der Massenmedien nicht umgehend auf Durchzug schalten würden.

Quelle: http://www.propagandafront.de/187070/gehirnforschung-80-der-menschen-konnen-besorgniserregende-meldungen-uberhaupt-nicht-verarbeiten.html

Weitere Informationen gibts unter:

http://www.stern.de/wissen/mensch/kopfwelten-zur-eurokrise-hoffnungsvoll-dem-abgrund-entgegen-1737835.html
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/der-mensch-ist-grundlos-optimistisch-er-laesst-sich-auch/4738454.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstwertdienliche_Verzerrung

Studie belegt: 95 Prozent aller Menschen sind Herdentiere

Ein Forschungsprojekt von Wissenschaftlern der Universität Leeds bestätigt, dass tatsächlich bei vielen Menschen die Tendenz besteht, sich wie Schafe zu verhalten, das heißt unabsichtlich der Menge zu folgen, gerade so, als könnten sie nicht für sich selbst denken. Natürlich kann diese Tendenz in bestimmten Situationen auch nützlich sein – beispielsweise bei der Planung der Fußgängerströme an verkehrsreichen Orten –, viel Hoffnung für die Menschheit erweckt sie jedoch nicht gerade.

Die Studie hat ergeben, dass schon eine Minderheit von fünf Prozent ausreicht, um die Richtung festzulegen, die eine Menschenmenge einschlägt, die restlichen 95 Prozent folgen, ohne überhaupt zu merken, was vor sich geht.

Professor Krause und sein Doktorand John Dyer führten eine Reihe von Experimenten durch, bei denen Freiwillige gruppenweise ungeordnet durch eine große Halle gingen. Einzelne aus

der jeweiligen Gruppe erhielten Anweisungen, wohin sie gehen sollten. Die Teilnehmer durften untereinander weder kommunizieren noch einen anderen bewusst beeinflussen.

In allen Fällen zeigte sich, dass die übrigen den instruierten Personen folgten und eine sich selbst organisierende, schlangenartige Struktur bildeten (oder eine Schafherde, was immer Ihnen lieber ist).

»Jeder von uns ist schon einmal in einer Situation gewesen, in der er von einer Menge mitgerissen wurde«, sagte Professor Krause. »Bei unserem Projekt war jedoch interessant, dass die Teilnehmer sich am Ende einheitlich entschieden, obwohl sie weder miteinander sprechen noch sich durch Gesten verständigen durften. Zumeist bemerkten die Teilnehmer nicht einmal, dass sie von anderen geführt wurden.«

Das ist schon beängstigend. Sind wir solche Herdentiere, dass wir es einigen »Informierten« gestatten, uns herumzuführen, ohne dass wir überhaupt wissen, was vor sich geht? Leider scheint es so zu sein, denn wie viele fallen durch Freunde oder »informierte Quellen« auf Schwindeloperationen aller Art herein, seien es Schneeballsysteme, religiöse Verführung oder politische Verschleierungsversuche. Anscheinend glauben wir praktisch alles, oder tolerieren es blind, solange es mit ausreichender gesellschaftlicher Glaubwürdigkeit vorgetragen wird.

Wie Sie zu einem eigenständigen Menschen werden Man kann einiges tun, um nicht nur nicht als Herdentier zu leben, sondern sich eines erfüllten und interessanten Lebens zu erfreuen. Es folgen einige grundlegende Dinge, die Herdentiere in der Regel verpassen:

Legen Sie fest, was Sie sich von ihrem Leben wünschen.

In meiner 25-jährigen Tätigkeit als Lehrer für Neurolinguistisches Programmieren (NLP) haben sich Tausende die Frage gestellt: Was wollen Sie? Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenige diese Frage beantworten können. Was sind Ihre vorrangigen Ziele? In welche Richtung steuern Sie? Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen? Die häufigste Antwort: Ich weiß es nicht. Warten wir es ab. Allenfalls einer von zehn Befragten kann überzeugt und mit genauen Angaben antworten, wie etwa:

•Meine drei vorrangigen Ziele sind zurzeit … •In fünf Jahren wird mein Leben anders aussehen, und zwar so … •Die Haupthindernisse auf meinem Weg sind die folgenden … •Um mein Ziel zu erreichen, muss ich folgende Fähigkeiten entwickeln … Niemand kann die Zukunft voraussehen, aber in mancherlei Hinsicht ist es besser, bewusst in eine gewählte Zukunft zu steuern, als »abzuwarten, was passiert«. Wenn Sie Ihre Ziele nicht selbst wählen, werden es (bewusst oder unbewusst) die Familie, die Freunde, die Gemeinde und die Kultur für Sie tun. Das nennt man Status quo. Es ist keine Überraschung, dass der Status quo nicht gerade inspirierend wirkt.

Lernen Sie bewusste, umfassende Entscheidungen zu treffen.

Viele unserer Entscheidungen sind nicht gut überlegt. Bei der NLP lernen wir, dass sich Entscheidungen und Motivation einfach aus visuellen, auditiven und kinästhetischen (gefühlsorientierten) Phänomenen zusammensetzen. Das sind die Bausteine mentaler Prozesse. Bei schlechten Entscheidungen, impulsiven Entscheidungen und letztlich bedauerlichen Entscheidungen fehlt häufig einer dieser Bausteine. Wir treffen impulsive Entscheidungen, ohne über andere Möglichkeiten nachzudenken (Fehlen des Auditiven). Wir treffen emotionale Entscheidungen, ohne über andere Möglichkeiten nachzudenken (Fehlen des Visuellen und Auditiven). Oder wir verfangen uns in gedanklichen Schleifen ohne Ausweg (endloser innerer Dialog ohne das Gefühl, das uns zur Tat auffordert).

In all diesen Fällen sind wir schutzlos dem Willen anderer ausgeliefert, weil uns die Grundlage für tragfähige Entscheidungen fehlt. Wenn wir nicht in der Lage sind, Entscheidungen zu besprechen und zu analysieren, nehmen wir möglicherweise die Analyse anderer für bare Münze. Wenn wir zu emotionalen Entscheidungen neigen, laufen wir Gefahr, jedem zum Opfer zu fallen, der uns in einen Gefühlszustand hineindrängen kann. Wenn wir unsere Gedanken nicht mit einem Gefühl der Selbstsicherheit zu Ende bringen können, tun wir vielleicht einfach dasselbe, was alle anderen tun, nur um uns aus dieser inneren Endlosschleife zu befreien.

Merkwürdig ist, dass in unserem Bildungssystem nicht gelehrt wird, Ziele zu setzen und Entscheidungen zu treffen. Denn die helfen, die Grundlage von wahrem Charakter und Persönlichkeit zu bilden – und schützen uns von übergroßer Abhängigkeit von den Vorstellungen oder Meinungen anderer.

Treffen Sie Ihre Entscheidungen mithilfe aller Bausteine und einer klaren Zielsetzung vor Augen. Dann laufen Sie nicht Gefahr, zum Herdentier zu werden.

Aber verlassen Sie sich nicht auf mich. Denken Sie es durch.

__________

Quelle für diesen Beitrag war unter anderem:

PsychCentral

Backfire !

Alle dir wir schon mal versucht haben Leute mit Fakten zu überzeugen wissen, wie schwer es ist ihre Meinung zu ändern. Eine Forschungsstudie zeigt, Menschen ändern nur sehr selten ihre Meinung, wenn sie mit neuen Fakten konfrontiert werden … oft hängen sie dann noch fester an dem was sie glauben.

Es passiert nicht das was man meint, als nüchtern denkender Mensch würde man Fehler eingestehen und die neuen Tatsachen akzeptieren. Eine Studie der Universität von Michigan hat das Gegenteil herausgefunden, wir haben eine bestimmte Meinung und wenn wir mit Fakten die dem widersprechen konfrontiert werden, dann glauben wir noch fester an sie.

Das Phänomen nennt sich „Backfire“ und spiel eine wichtige Rolle, wie wir über unsere Meinung und Glauben über was in der Welt passiert formen.

Statt offen nach Informationen zu suchen, die entweder eine Meinung bestätigen oder widersprechen, suchen Menschen nur das raus was sie sowieso schon glauben. Sie ignorieren völlig gegenteilige Tatsachen. Die Studie hat gezeigt, Menschen identifizieren sich inbrünstig mit ihrem Glauben und gehen eine emotionale Bindung damit ein, die ihre ganze Identität und Moralvorstellung formt, egal wie die Fakten sind.

Ein typisches Beispiel ist, alleine die Tatsache, dass der Westen im Irak einen Krieg führt, bewegt die Menschen dazu eine Rechtfertigung dafür zu finden. Sie möchten daran glauben, da der „freie und zivilisierte Westen“ Soldaten dort hinschickt, kann es sich nur um etwas edles und gutes handeln, mit aller besten Absichten. So können sie die Kriegsverbrechen die dort in unserem Namen passieren ausblenden, wollen sie gar nicht wissen und kommen mit der Realität klar. Sie bauen sich eine rationale Welt auf, die auf falschen Informationen beruht.

Wenn man ihnen aber erzählt, der Grund für den Krieg war eine Lüge, Saddam Hussein hatte keine Massenvernichtungswaffen, dann klammern sie sich trotzdem an ihre Meinung, der Krieg ist gerechtfertigt. Sogar wenn man ihnen sagt, Präsident Bush hat selber zugegeben sie fanden keine und er wusste es schon vorher, er hat bewusst gelogen, dann weichen sie nicht von ihrer festgelegten Meinung ab, sie verurteilen nicht den Krieg. Sie suchen dann andere Rechtfertigungen, wie, Saddam Hussein war ein böser Diktator und musste sowieso weg, oder fragen sogar ganz naiv, aber warum soll Bush sonst den Krieg befohlen haben?

Sie fahren wie auf einer Schiene, von der sie fast nicht mehr runterkommen, egal was man ihnen an Tatsachen präsentiert.

Um zu verstehen, warum sie Entschuldigungen für die Handlungsweise der Obrigkeit suchen, zeigt die Studie, es handelt sich bei ihrem Motiv hauptsächlich um Angst. Angst ihr Glaube an das Amt des Präsident, er wäre eine Respektsperson, der immer ehrlich ist und nur gute Absichten hat, könnte beschädigt werden. Tatsachen, die dieses Weltbild zerstören, mögen sie noch so überzeugend sein, werden ignoriert.

„Die generelle Idee ist, es ist absolut bedrohlich einzugestehen man liegt falsch,“ sagt der Politwissenschaftler Brendan Nyhan, der Leiter der Studie. Dieses Phänomen des „Backfire“ ist „ein natürlicher Verteidigungsmechanismus, um die kognitive Dissonanz zu vermeiden.“

Unter kognitive Dissonanz versteht man den Unterschied zwischen dem was man wahrnimmt und dem was man glaubt. Oder umgekehrt, man sieht und hört etwas, blendet es aber aus, weil es nicht ins Weltbild passt.

Die meisten von uns glauben, unsere Meinung wurde durch rationales Denken und durch Abwägung der Fakten geformt, wir sind intelligent und vernünftig genug so zu agieren. In der Realität bauen wir aber unsere Meinung auf Glauben auf, was aber im Widerspruch zu den Tatsachen sein kann. Statt dass die Fakten unsere Meinung steuern, steuert unser Glauben die Fakten die wir bereit sind zu akzeptieren. Das bringt uns dazu Fakten so hinzubiegen, damit sie besser unserer Vorstellung passen. Noch schlimmer, es kann dazu führen, dass wir falsche Information akzeptieren, nur weil sie unsere Meinung bestärkt. Diese Verstärkung macht uns noch sicherer wir haben recht und noch weniger empfänglich für neue Informationen.

Dieser Effekt wird noch durch die Informationsflut verstärkt, die neben sehr guter Information, auch viele Gerüchte, Desinformation und Unwahrheiten bietet. In anderen Worten, es war noch nie so leicht völlig falsch zu liegen und gleichzeitig das Gefühl zu haben man hat recht.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Glaube an eine Klimaerwärmung, angeblich verursacht durch das vom Menschen produzierte CO2. Egal was man an gegenteiligen Fakten bringt, der Glaube ist unerschütterlich, denn die Gläubigen haben das emotionale Gefühl, sie tun was gutes für die Umwelt. Das CO2 mit dem Klima gar nichts zu tun hat oder dass das Klima sich eher abkühlt, ja sogar das ein wärmeres Klima sowieso besser wäre, ignorieren sie. Das führt dann so weit, dass die Klimawissenschaftler die gemessenen Temperaturdaten nach oben fälschen, nur die Daten von Thermometern von den wärmsten Orten selektiv verwenden, die ihren Glauben an eine Klimaerwärmung bestätigen.

Alles was eine Abkühlung zeigt wird fallen gelassen, darf nicht in die Auswertung rein. Kollegen die skeptisch sind, wird der Zugang für eine Analyse der Daten zur Überprüfung der Theorie der Klimaerwärmung verweigert. Diese Manipulation und offensichtlichet Betrug, kam mit dem Climategate-Skandal an die Öffentlichkeit. Die Wissenschaftler gaben sogar bei der Frage, warum sie denn die Daten gefälscht hätten, als Antwort an, es sei ja egal, denn das Ziel rechtfertige die Mittel, für das Klima muss was getan werden. Die haben gar keins schlechtes Gewissen und Unrechtsgefühl.

So eine Einstellung haben sogar Wissenschaftler, von denen man erwartet und die dazu ausgebildet werden, nüchtern, sachlich und objektiv ihre Forschung zu betreiben. Was ist dann erst von der laienhaften, emotionalen und vom Bauch heraus reagierenden Bevölkerung zu erwarten?

So viel dazu, wie Meinung und Glauben funktioniert. Nun zur Frage, wie überzeugt man eine störrischen Menschen?

Man fängt zum Beispiel zuerst mal an und fragt, will man seine bisherige Meinung und seinen Glauben verteidigen oder will man die Wahrheit wissen? Die meisten werden dann natürlich antworten, sie wollen die Wahrheit wissen. Sie werden das sagen, weil sie nicht als irrational dastehen wollen, auch wenn sie es sind.

Dann kann man anfangen einige Fakten zu übermitteln, aber immer dabei ihren Grad an Widerstand abtasten, in dem man dazwischen so Sachen sagt wie:

– Das fiel mir auch schwer zu glauben als ich es hörte.
– Es war auch für mich nicht leicht meine Meinung zu ändern.
– Ja, das hört sich anders an als was man uns erzählt hat.
– Ich weiss es wird (schmerzhaft, schockierend, ärgerlich oder ein anderes Adjektiv welches negative Emotionen ausdrückt) sein das zu glauben (das was sie nicht hören wollen).

So stellt man sich hin, wie wenn man selber es schwierig fand seine festgelegte Meinung zu ändern und gibt dem Gegenüber das Gefühl, auf der selben Seite zu stehen, statt ein Gegner zu sein.

Und wenn sie aufmucken und die Tatsachen ablehnen, dann kann man sie daran erinnern, sie wollten doch die Wahrheit hören. Am besten man bringt am Anfang Fakten die für den, den man überzeugen will, leicht zu verdauen sind und spart sich die schweren Brocken für später auf.

Was ich auch verwende ist die Technik, Humor und Satire rein zu bringen, um die Absurdität und Lächerlichkeit von gewissen offiziellen Aussagen darzustellen, in der Hoffnung, sie kommen dann selber drauf, ihre bisherige Meinung ist falsch. Wie zum Beispiel:

„Also, am 11. September passierte doch tatsächlich ein Wunder. Stell dir vor, der Pass des Entführers der am Steuer des Flugzeugs sass, hat man in den Trümmern gefunden. Der hatte den in seiner Brusttasche als er mit 700 km/h in den Turm krachte und der Pass überlebte den Aufschlag und den Feuerball. Dann hielt sich der Pass irgendwie für eine Stunde in den brennenden Stockwerken auf und als der Wolkenkratzer zusammenbrach, sich alles in Staub verwandelte, flatterte der Pass aus 150 Meter Höhe herunter und landete völlig unbeschädigt auf dem Trümmerhaufen, wo ihn ein Polizist dann fand. So konnte man den Täter identifizieren. Ohne einem Wunder wäre es nicht möglich gewesen.“

Die Reaktion ist meistens so, der Zuhörer wird von sich aus sagen, das kann nicht sein, das widerspricht jeder Logik. Der Pass aus Papier wäre verbrannt oder genauso zerbröselt wie die Gebäude. Dann ist der Schritt nicht mehr weit zu suggerieren, offensichtlich wurden Beweise platziert, wenn sie einen unbeschädigten Pass ausgerechnet eines Attentäters gefunden haben. Und dann öffnet sich das Tor zu vielen anderen Ungereimtheiten.

Solche kleine Anekdoten, mit denen der Ansprechpartner selber darauf kommt, an der offiziellen Version kann was nicht stimmen, helfen oft die automatische Abwehrhaltung zu überwinden. Wenn man aber mit der vollen Ladung kommt, als Prediger versucht alles auf einmal reinzustopfen und auch noch schockiert, dann wird die störrische Person noch fester an seine Glaubensmeinung klammern, egal was man sagt. Er wird seine Position verteidigen und die tollsten Gründe dafür finden.

Auch wenn man sich etwas dumm stellt und bescheiden und nicht wie ein allwissender Oberlehrer, fühlt sich der Gegenüber nicht eingeschüchtert, sondern eher überlegen und akzeptiert neue Informationen. Man muss einfach psychologische Wege finden wie man die Tür aufbekommt, statt das sie einem vor der Nase zugeknallt wird.

Auch wenn ihr selber nur logisch denkt, viele Menschen treffen ihre Entscheidungen basierend auf Emotionen und falschen Annahmen. Die Erfahrung zeigt, die Fakten sind weniger wichtig um jemand zu überzeugen. Wichtiger ist oft die Art und Weise und der Rahmen mit denen man die Fakten präsentiert. Dann gibt es eine kleine Gruppe von Leuten die nichts glauben, egal wie und was man ihnen erzählt, nach dem Motto, es kann nicht sein was nicht sein darf. Die sind Zeitverschwendung und sollte man links liegen lassen. Aber bei den meisten funktionierts.

Ach ja was die Studie auch heraus gefunden hat, Selbstachtung oder ein Mangel davon, hat viel damit zu, wie bereit man ist neue Information aufzunehmen. Wenn man sich gut und selbstsicher fühlt, dann hört man zu. Wenn man unsicher ist und sich bedroht fühlt, dann nicht. Je bedrohter die Menschen sich fühlen, je weniger werden sie abweichende Meinungen und Fakten die ihr Weltbild verändern akzeptieren und sie sind viel kontrollierbarer. Das erklärt warum Regierungen davon profitieren, die Leute in Angst zu versetzen. Die aktuelle Panikmache über eine bevorstehende Terrorgefahr in Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür.

Quelle: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/

Schwarz wie Milch: Kurzfilm über Manipulation in den Medien

[media id=42 width=512 height=288]
„Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen“.
– Charles Maurice de Talleyrand

Der Grund dafür, dass Menschen an die Öffentlichkeit gehen, ist keineswegs selbstlos. Mit jeder Publikation wird ein Ziel verfolgt. In den meisten Fällen geht es um Anerkennung, Geld oder die Verbreitung der eigenen Meinung. Jeder hat eine eigene Meinung oder geht wenigstens davon aus. Sobald diese öffentlich wird, sollen Menschen beeinflusst werden. Um beeinflussen zu können, muss überzeugend präsentiert werden, wie zum Beispiel in einem kurzen Film durch Schauspieler oder einem Sprecher, der das Gezeigte in gewünschter Weise kommentiert. Manipulativen Charakter bekommt ein Film auch dadurch, dass Bildausschnitte fehlen oder mit anderen bewusst in Zusammenhang gebracht werden. So können beispielsweise selbst zusammenhanglos Milchpreise mit sterbenden Menschen im Irak verglichen werden. Ist das nicht total geschmacklos? Den Wenigsten fällt es auf. Warum auch? Im Vergleich zum Irak Krieg erscheint das Problem der Bauern mit den niedrigen Milchpreisen als nichtig. Die Aussage muss man doch bejahen. Wen kümmert es, dass es den Bauern die Existenz kostet? So schnell und soweit denkt niemand. Glaubst du Manipulation richtet sich nur gegen dich? Skeptisch geworden?
Es ist ein natürlicher Bestandteil vom Leben, dass wir beeinflussen und beeinflusst werden. Auch ich versuche dich auf meine Seite zu ziehen. Denke daran, diese Arbeit bildet keine Ausnahme, denn was hier gesagt und gezeigt wird, ist schlichtweg subjektiv. Weder Quellenangaben noch wissenschaftliche Analysen stützen dieses Projekt. Es bleibt verborgen, woher dieses Wissen stammt. Interessiert das jemanden? Ich schaffe ein typisches Schwarz-Weiß-Denken. Entweder ist man dafür oder dagegen. Ganz schön radikal. Skeptisch geworden?
O.K. die Menschen sind abgestumpft und reagieren auf politische Schreckensmeldungen nur noch bedingt bedrückt. Woran liegt das? An der Gesellschaft? Das hört sich so an, als wäre es etwas Fremdes. Die Gesellschaft, das sind wir! Wieso klingen diese Sätze, so als hätte ein Anderer daran Schuld? Natürlich liegt es letztendlich an der enormen Masse an Informationen, die täglich aufgenommen werden und bei der Masse der Schreckensmeldungen stumpft man mit der Zeit ab. Doch sind wir selber dafür verantwortlich. Sind es nicht wir, die in der Tageszeitung lieber etwas über Berühmtheiten lesen, als über Mord und Todschlag im Irak? Es ist so einfach den Medien dafür die Schuld zu geben und gerade das rechtfertigt unsere passive Haltung. Skeptisch geworden?
Das Bild, das die Werbung vermittelt, stellt nicht die reale Welt dar. Es geht um Ideale, Visionen und Suggestion. Überall sind glückliche, schöne und schlanke Menschen zu sehen, deren Anblick uns verzaubert und wünschen lässt, wir wären so, wie sie. Selbstzweifel, Magersucht und die Flucht in eine Scheinwelt sind die Folgen. Und das alles allein wegen der Werbung? Sicherlich sollten Kinder nicht pausenlos kommerzielles Fernsehen schauen.
Webseitentext
Schwarz wie Milch | (c) 2010 Stefan Kempas | Bachelorarbeit der Hochschule Ulm 3
Doch dafür sind die Eltern verantwortlich. Was sollte die Werbung tun? Aufhören zu werben? Dann können die Unternehmen sofort Insolvenz anmelden. Warum sind wir so empfänglich für Reize? Skeptisch geworden?
Es war schon ein seltsames Phänomen, als die Medien hinsichtlich BSE Angst schürten. Nicht ein Mensch ist in diesem Land daran gestorben. Wäre aber das Gegenteil der Fall gewesen, wäre dann nicht alles gerechtfertigt? Was hat das eigentlich mit Milch zu tun? Überhaupt nichts, außer dass beides vom Rind kommt! Was ist, wenn ich dir sage, Milch, macht krank oder fördert den Alterungsprozess, Milch ist etwas Schlechtes und es gibt Bücher, die diese Thesen belegen? Kann man nicht jedes Produkt in einem positiven oder negativen Licht erscheinen lassen? Zum Beispiel: Eier erhöhen den Cholesterinspiegel, Brot fördert die Zuckerkrankheit, Fleisch begünstigt den Herzinfarkt usw. Das alles kann man irgendwo nachlesen. Was gibt es Unschuldigeres, als die weiße Milch? Verliere ich gerade meine Objektivität? Skeptisch geworden?
Wenn die Welt nur noch aus Lügen besteht, dann wird die Wahrheit das Einzige sein, was niemand mehr glaubt. Ein schöner Satz, oder? Drehen wir ihn mal um. Wenn die Welt nur noch aus Wahrheiten besteht, erkennt niemand mehr die Lüge. Funktioniert auch. Nur weil man einen Satz mit „Ja“ beantworten kann, bedeutet es nicht, dass er deiner Meinung entsprechen muss. Wir leben in keiner schwarz weißen Welt. Manipulation funktioniert aber nach diesem stupiden Prinzip. Wer sich informiert wird eine eigene Meinung haben.
Glaubst du alle Menschen, die diesen Film gesehen haben lesen auch das hier? Dass Manipulation funktioniert ist unsere Schuld..

Mit Bildung aus der Krise

[media id=33 width=512 height=288]
[media id=35 width=512 height=288]
[media id=37 width=512 height=384]

Wie und warum das allgemeine Bildungswesen unsere Kinder verkrüppelt von John Taylor Gatto

John Taylor Gatto ist ein ehemaliger Lehrer des Jahres aus dem Staate und der Stadt New York und seit kurzem der Autor von „Die Untergrund-Geschichte der amerikanischen Erziehung“. Er war Mitwirkender in dem Forum „School on a Hill“ von Harpers Magazine, das in der September-Ausgabe des Jahres 2001 erschien.

Ich lehrte die letzten 30 Jahre in einigen der schlimmsten Schulen von Manhattan und in einigen der besten, und während dieser Zeit wurde ich Experte in Sachen Langeweile. Langeweile war überall in meiner Welt, und wenn Sie die Kinder gefragt hätten, so wie ich es oft tat, warum sie sich so langweilten, gaben sie immer die selben Antworten: Sie sagten, dass die Arbeit dumm war, dass es keinen Sinn machte, dass sie es schon längst wussten. Sie sagten, dass sie etwas reales tun möchten, nicht nur herumsitzen. Sie sagten, dass Lehrer anscheinend nicht sehr viel über ihre Fächer wussten, und dass sie offensichtlich nicht daran interessiert wären, mehr zu lernen. Und die Kinder hatten recht: Ihre Lehrer waren genauso gelangweilt, wie sie es waren.
Langeweile ist der gemeinsame Zustand der Schullehrer, und jeder, der Zeit in einem Lehrer-Aufenthaltsraum verbracht hat, kann für die niedrige Energie, das Wimmern, die niedergeschlagenen Einstellungen bürgen, die dort zu finden sind. Wenn sie gefragt werden, warum sie sich so langweilen, neigen Lehrer dazu… die Schuld auf die Kinder zu schieben.
Wer würde sich nicht langweilen, Schüler zu unterrichten, die unverschämt und nur an Noten interessiert sind? Wenn das überhaupt der Fall ist. Natürlich sind Lehrer selber Produkte des … Schulprogramms, das seine Schüler so gründlich langweilt, und als Schul-Belegschaft sind sie in noch rigideren Strukturen gefangen als jene … der Kinder. Wer ist schuld?
Wir alle sind es. Mein Großvater hat mir das beigebracht. An einem Nachmittag, als ich sieben Jahre alt war, klagte ich bei ihm über Langeweile, und er schlug mir hart auf den Kopf. Er sagte mir, dass ich dieses Wort in seiner Anwesenheit nie wieder benutzen dürfte, dass, wenn ich mich langweilte, es meine Schuld wäre und nicht die eines anderen. Die Verpflichtung mich selber zu unterhalten und zu unterrichten war ganz und gar meine. Menschen, die das nicht wüßten, wären kindische Menschen, die man, wenn möglich meiden sollte. …
(re SCHULE) Wir könnten die besten Qualitäten der Jugendlichkeit fördern – Neugierde, Abenteuer, Belastbarkeit, die Kapazität für überraschende Einblicke – einfach dadurch, dass man flexibler wäre, mit Zeit, Texten und Prüfungen, dass man Kinder an wahrhaft kompetente Erwachsene heranführt, und dass man jedem Schüler die Autonomie gibt, die er oder sie benötigt, um gelegentlich ein Risiko einzugehen.
Aber wir tun das nicht. Je mehr ich fragte, warum wir das nicht tun, und darauf bestand, über das „Problem“ des Schulbesuches, wie es ein Ingenieur machen dürfte, nachzudenken, desto mehr hatte ich das Wesentliche nicht begriffen:
Was, wenn es gar kein „Problem“ mit unseren Schulen gäbe? Was, wenn sie so sind, wie sie sind, so kostspielig raffiniert angesichts gesunden Menschenverstandes und langer Erfahrung, wie man Kindern etwas lehrt, nicht weil sie etwas falsch machen, sondern weil sie etwas richtig machen? Ist es möglich, dass George W. Bush versehentlich die Wahrheit sagte, als er sagte, wir würden „kein Kind zurücklassen“? Könnte es sein, dass unsere Schulen darauf ausgelegt sind, sicher zu stellen, dass keiner von ihnen jemals wirklich erwachsen wird?
Brauchen wir wirklich die Schule? Ich meine nicht Schulbildung, sondern aufgezwungene Schulung: sechs Unterrichtsstunden am Tag, fünf Tage die Woche, neun Monate im Jahr, für zwölf Jahre. Ist diese tödliche Routine wirklich nötig? Und wäre es so, für was? Verstecken Sie sich nicht hinter Lesen, Schreiben, Rechnen als Begründung, weil zwei Millionen glücklich zu Hause Unterrichteter diese banale Rechtfertigung mit Sicherheit widerlegen. Selbst wenn sie es nicht wären, eine beträchtliche Zahl von bekannten Amerikanern ging niemals durch die zwölf-Jahre-Wringmaschine, die unsere Kinder momentan durchgehen, und sie wurden alle etwas. George Washington, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln? Jemand lehrte sie mit Sicherheit, aber sie ware keine Produkte des Schulsystems, und nicht einer von ihnen war jemals Oberschulen-Absolvent. Fast durchwegs durch die amerikanische Geschichte gingen Kinder im allgemeinen nicht zur High School, und doch wurden die Ungeschulten Admiräle, wie Farragut; Erfinder, wie Edison; Kapitäne der Industrie, wie Carnegie und Rockefeller; Schriftsteller, wie Melville und Twain und Conrad; und sogar Wissenschaftler, wie Margaret Mead. In der Tat wurden bis vor kurzem Menschen, die das Alter von 13 Jahren erreichten, überhaupt nicht als Kinder angesehen.

Ariel Durant, die an einem enormen und sehr guten, mehrbändigen Weltgeschichtsband mit ihrem Ehemann Will mitschrieb, heiratete glücklich mit 15 Jahren, und wer könnte halbwegs behaupten, dass Ariel Durant eine ungebildete Person war? Ungeschult vielleicht, aber nicht ungebildet.
Uns wurde in diesem Lande gelehrt (d.h. geschult), dass „Erfolg“ ein Synonym für, oder zumindest abhängig von „Schulung“ sei, aber geschichtlich gesehen ist das nicht wahr, weder im intellektuellen noch finanziellen Sinne. Und eine Menge Menschen auf der Welt finden heutzutage einen Weg, sich selbst zu bilden, ohne in ein System von zwangsmäßigen Oberschulen zu flüchten, die all zu oft Gefängnissen ähneln. Warum also verwechseln Amerikaner Ausbildung mit solch einem System? Was ist, genau gesehen, die Absicht unserer öffentlicher Schulen?
Massen-Schulung einer zwangsmäßigen Art betrat amerikanischen Boden zwischen den Jahren 1905 und 1915, obgleich es viel früher ausgedacht und im größten Teil des 19. Jahrhunderts durchgesetzt wurde. Der Grund für diesen enormen Umbruch des Familienlebens und der kulturellen Traditionen läßt sich grob in drei Punkte aufteilen:
1. Um gute Menschen zu machen.
2. Um gute Bürger zu machen.
3. Damit jede Person sein oder ihr persönlich Bestes gibt.

Diese Ziele werden heute weiterhin regulär angesteuert, und die meisten von uns akzeptieren sie in der einen oder anderen Form als eine anständige Definition der Mission der öffentlichen Schulausbildung, wie Kurzschulen es auch zu erreichen scheinen. Aber wir liegen ja so falsch. Es ist eine Tatsache, dass wir unsere Fehler verschlimmern, dass die landesweite Literatur zahlreiche und überraschend übereinstimmende Feststellungen von der wahren Absicht der zwangsmäßigen Schulausbildung aufweist.
Wir haben z.B. den großen H.L.Mencken, der in „The American Mercury“ vom April 1924 schrieb, dass das Ziel der öffentlichen Schulausbildung nicht sei, die Jungen der Spezies mit Wissen aufzufüllen und ihre Intelligenz zu erwecken.

… Nichts könnte entfernter von der Wahrheit sein. Das Ziel … ist einfach so viel Individuen wie möglich auf den gemeinsamen, sicheren Level herabzusetzen, um eine standartisierte Bürgerschaft auszubrüten und zu trainieren, um abweichende Meinung und Originalität abzuwehren. Das ist ihr Ziel in den Vereinigten Staaten … und das ist ihr Ziel überall sonst. Aufgrund Menckens Reputation eines Satirikers, könnten wir versucht sein, diese Passage als einen übertriebenen Sarkasmus abzulehnen. Sein Artikel spürt jedenfalls die Vorlage für unser eigenes Ausbildungssystem auf, und das geht zurück bis zu dem mittlerweile verschwundenen, obwohl niemals vergessenen, militärischen Preußen-Staat. Und obwohl er sich der Ironie sicherlich bewusst war, dass wir unlängst mit Deutschland im Krieg standen, war Mencken bezüglich des preußischen Gedanken- und Kultur-Erbes absolut ernsthaft. Unser Bildungssystem ist im Ursprung wirklich preußisch, und das ist wirklich ein Grund zur Sorge.
Die sonderbare Tatsache einer preußischen Herkunft unserer Schulen taucht immer auf, sobald man weiß, wie man danach sucht. William James wies am Ende der Jahrhunderts oft darauf hin. Orestes Brown, der Held aus Christopher Laschs Buch „Der wahre und einzige Himmel“ (1991), prangerte öffentlich die Verpreußerung der amerikanischen Schulen damals in den 1840-ern an. Horace Manns „Siebenter Jährlicher Bericht“ an den Massachusetts State Board of Education im Jahre 1843 ist hauptsächlich ein Lobgesang an das Land Friedrichs des Großen und ein Aufruf, seine Schulausbildung hierher zu bringen. Dass sich diese preußische Kultur lange in Amerika abzeichnete, ist kaum überraschend, angesichts unserer früherer Assoziation mit jenem utopischen Staat. Ein Preuße diente als Berater Washingtons während des Revolutionskrieges, und so viele deutsch-sprachige Menschen hatten sich hier bis 1795 angesiedelt, dass der Kongress in Erwägung zog, eine deutsch-sprachige Ausgabe der Bundesgesetze zu veröffentlichen. Aber was schockiert, ist, dass wir so eifrig eines der schlimmsten Aspekte der preußischen Kultur übernahmen: Ein Ausbildungssystem absichtlich dafür konzipiert, um mittelmäßige Geistesschärfe zu produzieren, um das innere Leben zu verkrüppeln, um den Schülern nennenswerte Führungsqualitäten zu verweigern, und um fügsame und unvollendete Bürger zu garantieren, um das gemeine Volk „kontrollierbar“ zu machen.
Es war von James Bryant Conant – zwanzig Jahre Präsident von Harvard, Giftgas-Spezialist im 1. Weltkrieg, Ausführender des Atombomben-Projektes im 2. Weltkrieg, Oberkommissar in der amerikanischen Zone in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg, und wahrlich einer der einflussreichsten Figuren des 20. Jahrhunderts – dass ich von den wirklichen Absichten der amerikanischen Schulausbildung Wind bekam. Ohne Conant würden wir wahrscheinlich nicht den gleichen Stil und Grad standartisierter Tests haben, wie wir sie heute genießen, noch würden wir mit riesigen High Schools gesegnet sein, die zur selben Zeit 2000 bis 4000 Schüler lagern, so wie die berühmte Colombine High in Littleton, Colorado. Kurz nachdem ich aus dem Lehramt ausgeschieden war, gabelte ich Conants buch-langes Essay aus dem Jahr 1959 auf (Das Kind, der Elternteil und der Staat), und war mehr als ein bißchen fasziniert, wie er beiläufig erwähnte, dass die modernen Schulen, denen wir beiwohnen, das Ergebnis einer „Revolution“, ausgereift zwischen 1905 und 1930, waren.
Eine Revolution? Er führt es nicht näher aus, aber er richtet die Neugierigen und Uninformierten auf das Buch „Prinzipien der höheren Schulbildung“ von Alexander Inglis aus dem Jahr 1918, in welchem „man diese Revolution durch die Augen eines Revolutionärs sah“.
Inglis, nach dem eine Vorlesung über Bildung an der Harvard University benannt worden ist, macht es völlig klar, dass zwangsmäßige Schulbildungen auf diesem Kontinent dafür gedacht waren, was es für Preußen in den 1820-ern war: eine fünfte Kolonne in der bourgeoisen, demokratischen Bewegung, die damit drohte, den Kleinbauern und den Proletariern eine Stimme am Verhandlungstisch zu geben.
Moderne, industrialisierte, zwangsmäßige Schulbildung sollte eine Art chirurgischen Einschnitt in die angehende Einigkeit dieser Unterklassen machen. Trenne Kinder nach Fachgebiet, nach Altersklassen, nach konstanten Test-Rangordnungen und nach vielen anderen, noch ausgetüftelteren Mitteln, und es war unwahscheinlich, dass die unwissende Masse von Menschheit, getrennt in der Kindheit, sich jemals in ein gefährliches Ganzes re-integrieren würde.
Inglis gliedert die Absicht – die tatsächliche Absicht – der modernen Schulausbildung in sechs elementare Funktionen, von denen jede ausreicht, um die Haare der Unschuldigen zu Berge stehen zu lassen, und um die drei, zuvor aufgelisteten, traditionellen Ziele zu glauben:

1. Die verstellbare oder anpassungsfähige Funktion. Schulen müssen feste Reaktions-Gewohnheiten gegenüber Autoritäten etablieren. Dies schließt natürlich kritisches Beurteilen komplett aus. Es zerstört außerdem so ziemlich die Idee, dass nützliches oder interessantes Material gelehrt werden sollte, weil man reflexiven Gehorsam solange nicht testen kann, bis man weiß, ob man es schaft, dass Kinder etwas lernen und sie alberne und langweilige Sachen tun.

2. Die integrierende Funktion. Dies könnte gut „die Anpassungs-Funktion“ genannt werden, weil ihre Absicht ist, Kinder so gleich zu machen wie möglich. Menschen, die sich anpassen sind vorhersehbar, und das nützt außerordentlich jenen, die viele Erwerbspersonen nutzbar machen und manipulieren wollen.

3. Die diagnostische und weisende Funktion. Die Schule sollte die angemessene soziale Rolle eines jeden Schülers beschließen. Dies wird getan, indem man Beweise mathematisch und anekdotenhaft in kumulativen Aufzeichnungen protokolliert. So wie in „deine permanenten Aufzeichnungen“. Ja, Sie haben eine.

4. Die differenzierende Funktion. Ist einmal ihre soziale Rolle „diagnostiziert“, müssen Kinder nach ihrer Rolle sortiert und nur so weit trainiert werden, wie ihr Ziel in der sozialen Maschinerie es verdient – und keinen Schritt weiter. So viel dazu, wie man Kinder dazu bringt, ihr persönlich Bestes zu geben.

5. Die selektive Funktion. Dies bezieht sich überhaupt nicht auf die menschliche Wahlmöglichkeit, sondern auf Darwins Theorie der natürlichen Selektion, anwendungsbezogen auf das, was er „die begünstigten Rassen“ nannte. Kurz, die Idee ist, den Dingen auf den Weg zu helfen, indem man bewusst versucht, die Aufzucht zu verbessern. Schulen sind dafür da, den Untauglichen zu markieren – mit schlechten Noten, Nachhilfeunterricht und anderen Strafen – klar genug, damit ihre Gleichaltrigen sie als tieferstehend akzeptieren werden und sie in wirksamer Weise aus den sich reproduzierenden Wettspielen ausschließen. Das ist, was all diese kleinen Erniedrigungen von der ersten Klasse an zu tun hatten: Den Dreck wegzuwaschen.

6. Die einführende Funktion. Das gesellschaftliche System, angedeutet von diesen Regeln, wird eine elitäre Gruppe von Aufsehern erfordern. Zu diesem Zweck wird eine kleine Fraktion von Kindern leise gelehrt werden, wie man dieses anhaltende Projekt bewerkstelligt, wie man auf eine Population aufpasst und sie kontrolliert, deren geistiges Niveau absichtlich so weit ordnungsgemäß heruntergeschraubt wird, damit die Regierung unbestritten weitermachen darf und Kapitalgesellschaften sie niemals für folgsame Arbeit wollen würden.

Das ist unglücklicherweise die Absicht der vorgeschriebenen öffentlichen Schulbildung in diesem Lande. Und damit man Inglis nicht für einen isolierten Spinner mit einer eher zu zynischen Einstellung gegenüber dem pädagogischen Unternehmen hält, sollte man wissen, dass er kaum ein alleiniger Vorkämpfer dieser Ideen war.
Conant selbst, aufbauend auf den Ideen von Horace Mann und anderen, kämpfte unermüdlich für ein amerikanisches Schulsystem, welches nach den selben Zügen konstruiert wurde.
Männer wie George Peabody, der die Sache der vorgeschriebenen Schulausbildung im ganzen Süden finanziell unterstützte, verstand sicherlich, dass das preußische System nicht nur im Erschaffen einer harmlosen Wählerschaft und einer unterwürfigen Arbeiterschaft brauchbar, sondern auch einer virtuellen Herde von geistlosen Verbrauchern war.
Rechtzeitig begriff eine große Anzahl von Industrie-Titanen die enormen Profite, die man hätte, wenn man gerade solch eine Herde durch öffentliche Schulbildung kultivieren und pflegen würde, unter ihnen Andrew Carnegie und John D. Rockefeller.

Da haben Sie es. Jetzt wissen Sie es. Wir benötigen nicht das Konzept von Karl Marx von einem großen Klassenkampf, um zu sehen, dass es im Interesse komplexen Managements ist, ökonomisch oder politisch, das geistige Niveau der Menschen herunterzuschrauben, sie zu demoralisieren, sie von einander zu trennen und sie wegzuwerfen, sollten sie sich nicht fügen.
Die Klasse möge die Absicht formulieren, so wie damals Woodrow Wilson, damaliger Präsident der Princeton University, das folgende zur New York City School Teachers Association im Jahr 1909 sagte: „Wir wollen eine Klasse von Personen, die eine liberale Bildung haben, und wir wollen eine weitere Klasse von Personen, eine sehr viel größere Klasse, der Notwendigkeit, in jeder Gesellschaft, die auf die Privilegien einer liberalen Bildung verzichtet und sich selber anpasst, um speziell schwierige, manuelle Aufgaben auszuführen.“

Aber die Motive hinter den abscheulichen Entscheidungen, die diese Ziele herbeiführen, müssen überhaupt nicht klassen-basierend sein. Sie können völlig aus der Angst herrühren oder aus dem mittlerweile geläufigen Glauben, dass „Effizienz“, eher als Liebe, Befreiungskampf, Lachen oder Hoffnung, die überragende Tugend ist. Vor allem können sie aus einfacher Gier herrühren.

Es gab schließlich gewaltige Vermögen zu machen, in einer Wirtschaft, die auf Massenproduktion basiert, und organisiert ist, um die großen Unternehmen eher zu begünstigen, als den kleinen Betrieb oder die familiäre Farm. Aber Massenproduktion benötigte Massenverbrauch, und am Ende des 20. Jahrhunderts betrachteten die meisten Amerikaner es sowohl als unnatürlich als auch unklug, Dinge zu kaufen, die sie nicht wirklich brauchten.
Vorgeschriebene Schulausbildung war da von Gott gesandt. Die Schule musste die Kinder nicht in irgendeiner Richtung trainieren zu denken, dass sie nonstop konsumieren sollten, weil sie sogar etwas besseres machte: Sie ermutigte sie, überhaupt nicht zu denken. Und das ließ sie zur leichten Beute der nächsten großen Erfindung der modernen Ära werden – Marketing.

Nun müssen Sie nicht Marketing studiert haben, um zu wissen, dass es zwei Gruppen von Menschen gibt, die immer überzeugt werden können, mehr zu konsumieren, als sie brauchen: Süchtige und Kinder. Die Schule hat einen ziemlich guten Job gemacht, unsere Kinder in Süchtige zu verwandeln, jedoch hat sie einen spektakulären Job gemacht, unsere Kinder in Kinder zu verwandeln. Es ist wieder kein Zufall. Theoretiker von Plato bis Rousseau bis zu unserem Dr. Inglis wussten, wenn Kinder mit anderen Kindern abgeschieden werden könnten, von Verantwortung und Unabhängigkeit entbunden, ermutigt nur die trivialsten Emotionen der Gier, des Neides, der Eifersucht und der Angst zu entwickeln, würden sie zwar älter werden, aber niemals wirklich erwachsen sein.
In der Ausgabe seines ehemals sehr bekannten Buches „Öffentliche Schulbildung in den Vereinigten Staaten“ aus dem Jahr 1934 detaillierte und rühmte Ellwood P. Cubberley den Weg, dass die Strategie der sukzessiven Schulvergrößerungen die Kindheit um bis zu zwei bis sechs Jahren ausweitete. Und Zwangs-Schulausbildung war zu jenem Zeitpunkt noch ziemlich neu. Dieser selbe Cubberley – der Dekan der Stanford’s School of Education, ein Buch-Herausgeber bei Houghton Mifflin und Freund von Conant und Korrespondent in Harvard war – hatte das folgende in der Ausgabe von seinem Buch „Öffentliche Schulverwaltung“ des Jahres 1922 geschrieben:
“ Unsere Schulen sind … Fabriken, in denen die rohen Produkte (Kinder) geformt und gestaltet werden müssen … Und es ist die Angelegenheit der Schule, seine Schüler entsprechend der festgeschriebenen Spezifikationen zusammen zu bauen.“

Von unserer heutigen Gesellschaft aus gesehen, ist es völlig offensichtlich, was diese Spezifikationen waren. Bis jetzt wurde Reife aus fast allen Aspekten unseres Lebens verbannt. Leichte Scheidungsgesetze haben die Notwendigkeit an Beziehungen zu arbeiten beseitigt; leichter Kredit hat die Notwendigkeit der finanziellen Selbstkontrolle beseitigt; leichte Unterhaltung hat die Notwendigkeit des Lernens, sich selbst zu unterhalten, beseitigt; leichte Antworten haben die Notwendigkeit Fragen zu stellen beseitigt. Wir wurden eine Nation der Kinder. Glücklich geben wir unser Urteilsvermögen und unseren Willen an politische Ermahnungen und kommerzielle Schmeicheleien ab, was tatsächliche Erwachsene beleidigen würde.
Wir kaufen Fernsehapparate, und dann kaufen wir Dinge, die wir im Fernsehen sehen. Wir kaufen Computer, und dann kaufen wir die Dinge, die wir im Computer sehen. Wir kaufen Turnschuhe für 150 Dollar, ob wir sie brauchen oder nicht, und wenn sie zu früh auseinander fallen, kaufen wir ein neues Paar. Wir fahren Geländewagen und glauben die Lüge, dass sie eine Art von Lebensversicherung darstellen, sogar wenn wir in ihnen auf dem Kopf sind. Und das Schlimmste von allen, wir schlagen kein Auge zu, wenn Ari Fleischer uns sagt: „Paß auf, was du sagst!“. Sogar wenn wir uns erinnern, dass uns irgendwann damals in der Schule gesagt wurde, dass Amerika das Land der Freien sei. Wir kaufen auch das einfach ab. Unsere Schulausbildung hat sich, wie beabsichtigt, um alles gekümmert.

Nun zu den guten Nachrichten. Verstehen Sie einmal die Logik hinter der modernen Schulausbildung, sind ihre Tricks und Fallen ziemlich leicht zu umgehen. Die Schule trainiert Kinder auf Angestellte oder Verbraucher; lehren Sie Ihre Eigenen, Anführer und Abenteurer zu sein. Die Schule trainiert Kinder, reflexiv zu gehorchen; lehren Sie Ihre Eigenen, kritisch und unabhängig zu denken. Gut geschulte Kinder haben eine niedrige Schwelle der Langeweile; helfen Sie Ihren Eigenen, ein inneres Leben zu entwickeln, damit sie sich niemals langweilen werden. Drängen Sie sie, dass ernste Material aufzunehmen, das erwachsene Material, in Geschichte, Literatur, Philosophie, Musik, Kunst, Wirtschaft, Theologie – all diesen Stoff, den Schullehrer gut zu meiden wissen. Fordern Sie Ihre Kinder mit reichlich Alleinsein heraus, so dass sie lernen können, ihre eigene Gesellschaft zu genießen, damit sie innere Dialoge führen können.
Gut geschulte Menschen müssen das Alleinsein fürchten, und sie suchen ständig Begleitung, durch den Fernseher, den Computer, das mobile Telephon und durch oberflächliche Freundschaften, die schnell geschlossen und schnell wieder verlassen werden. Ihre Kinder sollten ein bedeutungsvolleres Leben haben, und sie können es haben.
Zunächst jedoch müssen wir aufwachen, damit wir sehen, was unsere Schulen wirklich sind: Laboratorien mit Experimenten, die sich dem jungen Geist widmen, Pauk-Center der Gewohnheiten und Haltungen, die die Konzerngesellschaft verlangt. Gezwungene Schulbildung dient den Kindern nur zufällig; ihre wahre Absicht ist, sie in Diener zu verwandeln.
Erlauben Sie Ihren Eigenen nicht, ihre Kindheit zu verlängern, nicht mal für einen Tag lang. Wenn David Farragut mit unter zehn Jahren das Kommando eines eroberten britischen Kriegsschiffes übernehmen konnte, wenn Thomas Edison im Alter von zwölf ein Flugblatt veröffentlichen konnte, wenn Ben Franklin im selben Alter sich selber zum Drucker ausbildete (dann schickte er sich selber durch ein Studium, was einen Yale-Studenten heutzutage rot anlaufen lassen würde), dann gibt es nichts zu sagen, was Ihre eigenen Kinder tun könnten. Nach einem langen Leben, und dreißig Jahren in den öffentlichen Schulgräben, kam ich zu dem Schluß, dass Genie so alltäglich ist, wie Schmutz. Wir unterdrücken unser Genie nur, weil wir noch nicht herausgefunden haben, wie man eine Bevölkerung gebildeter Männer und Frauen handhabt. Die Lösung, denke ich, ist einfach und glorreich. Lassen Sie sie sich selbst führen.