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Allgemein

Unmündigkeit als Ursache des Untergangs

„La Violence du Calme“: Unmündigkeit als Ursache des Untergangs

Die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung verhält sich gegenüber der Politik wie ein Ehemann, der weiß, daß ihn seine Ehefrau betrügt, sich aber verzweifelt einzureden versucht, daß sie ihm treu sei. Jedesmal, wenn sie alleine weg war, fragt er sie, wo sie war und mit wem. Er kennt die Antwort, hofft aber verzweifelt, daß die Ausreden seiner Frau glaubwürdig genug klingen, um sich weiter selber belügen und vormachen zu können, es wäre alles in Ordnung. Er zieht eine angenehme Lüge der unangenehmen Wahrheit vor. Genau so verhält sich das deutsche Volk. Es will die Tatsachen – die Verbrechen der deutschen Politiker gegen das und ihren Hochverrat am deutschen Volk – partout nicht zur Kenntnis nehmen. Es will die Wahrheit nicht wahrhaben. Es will sich der Wirklichkeit nicht stellen. Das ist – bei Erwachsenen – pathologisch (klinisch krank) und wird in der Philosophie, in der Psychiatrie und in der Psychologie als »Unmündigkeit« bezeichnet.

 

»Unmündigkeit« ist, nach der immer noch besten, treffendsten Definition des größten Denkers des Abendlandes, des deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724 – 1804), das Unvermögen, sich selber seines eigenen Verstandes zu bedienen. Beruht diese Unvermögen auf (geistiger) Trägheit oder Denk-Faulheit sowie Feigheit und Unterwürfigkeit gegenüber (falschen) „Autoritäten“, Obrigkeit und Macht (Politikern, Beamten, „Experten“), so ist die Unmündigkeit selbstverschuldet:

 

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung [Manipulation] eines Anderen [Dritten] zu bedienen. Selbstverschuldet ist sie [die Unmündigkeit], sofern sie nicht in einem Mangel des Verstandes, sondern [in einem Mangel] des Mutes und der Entschließung [des Willens / der Entschlußkraft] begründet ist, sich seiner [des Verstandes] ohne Leitung eines Anderen zu bedienen.“  (Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1783; Anm. d. d. Verf.)

 

Zur Mündigkeit gehören vor allem Kritikfähigkeit und Urteilsvermögen – hohe Künste, die junge Menschen von Eltern und Lehrern vermittelt bekommen (sollten), die man sich aber auch selber aneignen kann. Sie setzen die genaue Kenntnis und das exakte Verständnis dessen, was es zu kritisieren und zu beurteilen gilt, voraus; darüber hinaus noch das Verstehen von Zusammenhängen, Erkennen von Fehlern und Vermeiden ihrer Wiederholung, Erfahrung im Fällen von Urteilen (die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem, Wesentliches von Unwesentlichem und tatsächliche Argumente von bloßen Meinungen zu unterscheiden) sowie ein gesundes Wertempfinden und Mut.

 

Das lernt man nur in der Praxis auf der Basis der Theorie – also durch (geistige) Arbeit und mit willentlicher Anstrengung. Das aber ist nichts anderes als »Disziplin« und »Studium«: das lateinische Nomen »disciplina« bedeutet wörtlich »Wissenschaft« oder »Schulung«, das verwandte Substantivum »discipulus«: »Schüler«; beide stammen von dem lateinischen Verbum »discipere«: »etwas unterscheidend erfassen«. Das lateinische Verbum »studere« bedeutet wörtlich: »sich mit Eifer und Fleiß um etwas bemühen«. Das Wort »Eifer« hat hier eine ausschließlich positive Bedeutung, nämlich Interesse, Initiative und Engagement. Doch den allermeisten heutigen Menschen gebricht es an Disziplin, Studium und Mut. Wir brauchen daher eine neue Aufklärung.

 

„»Aufklärung« ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“  (Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1783)

 

Das Problem ist, daß sich hier „die Katze in den Schwanz beißt“: die allermeisten Menschen wollen gar nicht aufgeklärt werden, was wiederum ein Kriterium selbstverschuldeter Unmündigkeit ist.

 

Die meisten biologisch „erwachsenen“ Menschen sind mental und psychisch retardiert oder regrediert, das heißt geistig und seelisch zurückgeblieben oder zurückgeschritten bzw. zurück-gefallen. Sie befinden sich (bestenfalls!) auf dem geistigen und seelischen Niveau eines elf- oder zwölfjährigen Kindes. Deutlich formuliert: Sie sind zu ungebildet, zu dumm, zu schwach, zu faul und zu feige, selbst-/eigen- und sozialverantwortlich zu leben und sich der Realität zu stellen. Es handelt sich meist um obrigkeitshörige Opportunisten (vgl. Heinrich Mann, Der Untertan), die ihre Autonomie aus Schwäche, Feigheit und Bequemlichkeit auf- und abgegeben haben (vgl. Arno Gruen, Der Verrat am Selbst). Statt ihr Leben aktiv selber zu leben, lassen sie sich manipulieren.

 

Dann sollte aber auch die Konsequenz gezogen werden: Entmündigung auch de jure! Wer sich freiwillig auch nur fünf Minuten solch total niveaulosen, schwachsinnigen, kranken Schund und kulturellen Müll wie „Dallas“, „Denver Clan“, „Lindenstraße“, „Die Fußbroichs“, „Big Brother“, „Dschungel-Camp“, „Deutschland sucht den Superstar“ (Dieter Bohlen), „Germanys next Topmodel“ und „Einsatz in vier Wänden“ (Tine Wittler) ansieht oder eine dieser täglichen „Talk-Shows“ für Voyeure (Arabella Kiesbauer, Bärbel Schäfer) mit gescheiterten Existenzen, perversen Exhibitionisten, asozialen Nichtsnutzen und abnormen Freaks einschaltet, der ist sofort zu entmündigen, und dem sind sofort die Wahlberechtigung und die Geschäftsfähigkeit zu entziehen!

 

Denn durch und mit seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit macht sich der Unmündige in erheblichem Maße mitschuldig an dem Unrecht und an den Verbrechen der herrschenden Klasse sowie ihrer willfährigen Handlanger und skrupellosen Schergen, der korrupt-kriminellen deutschen Politiker. Der Unmündige ermöglicht durch seine selbstverschuldete Unmündigkeit überhaupt erst die Ungerechtigkeit, das Leid, die Not und das Elend, welche die Hochfinanz und die Politik verursachen. Durch seine selbstgewählte Ignoranz und Passivität läßt sie gewähren und deren Verbrechen zu. Schweigen ist in diesem Fall Zustimmung!

 

Die französische Journalistin und Publizistin Viviane Forrester („Der Terror der Ökonomie“, „Die Diktatur des Profits“) nennt das in ihrem gleichnamigen Buch „La Violence du Calme“. Das ist in diesem Sinn-Zusammenhang schwierig zu übersetzen; vielleicht trifft die freie Übersetzung „Die Gewalttätigkeit der Gleichgültigkeit“ es noch am besten. Gemeint ist die verhängnisvolle Wirkung, sind die fatalen Folgen willenloser, feiger Widerstandslosigkeit, gleichgültiger, fauler Passivität angesichts eines großen begangenen Unrechts, eines ungeheuren verübten Verbrechens. Diese Widerstandslosigkeit, diese Passivität sind pathologisch, asozial und gemeingefährlich.

 

Denn die wenigen Mündigen, die aktiv Widerstand leisten wollen, die sich zur Wehr setzen wollen, die retten wollen, was noch zu retten ist, werden durch die und von den vielen selbstverschuldet Unmündigen in die absolute Minderheit gesetzt und machtlos gemacht. Die selbstverschuldet Unmündigen boykottieren, sabotieren und torpedieren mit ihrer Passivität alle Anstrengungen der Mündigen und reißen diese mit in den Untergang. Das klagt der Verfasser an und verurteilt er.

 

Aus Faulheit, Feigheit und Schwäche selbstgewählte, also selbstverschuldete Unmündigkeit ist hochgradig asozial! Der selbstverschuldet Unmündige ist ein gemeingefährlicher Volksschädling!

 

„Alles, was die Bösen brauchen, sind die Guten, die nichts tun.“ (unbekannt)

Quelle: http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8436-die-diktatur-des-kapitals

Die Geschichte wiederholt sich

Michael Morris ist der Autor des neuen Bestsellers Was Sie nicht wissen sollen!, in welchem er erklärt, dass eine kleine Gruppe von Privatbankiers im Geheimen unsere Welt regiert. Diese Bankiers steuern seiner Meinung nach nicht nur die FED oder die EZB, sondern auch überregionale Organisationen wie die UNO, die Weltbank, den IWF und die BIZ. Sie manipulieren demnach den Gold- und Silberpreis, haben die Immobilienblase und die Bankenkrise bewusst herbeigeführt und stürzen die Welt absichtlich in den Abgrund.

Michael Morris erklärt: »Seit mehr als zweihundert Jahren bricht in regelmäßigen Abständen die Wirtschaft zusammen, weil es genau so geplant und gewollt ist. Und genauso geplant ist auch der nächste Börsencrash – und der kommt sehr bald. Denn dadurch werde das Geld und damit die Macht von unten nach oben umverteilt … Immer wieder fallen wir auf dieselben alten Taschenspielertricks herein. Das geht nur deswegen, weil die wenigsten Menschen verstehen, wie unser globales Finanzsystem funktioniert. Es ist derart schwierig gehalten, damit sich kaum einer wirklich damit auseinandersetzt. Und das ist bewusst so gemacht. Dabei ist es im Grunde so simpel!«

In dem nun folgenden Interview mit Buchautor Stefan Erdmann vom 7. Juli 2011 hatte er auch die jetzt aktuelle Situation der Weltwirtschaft insbesondere der USA vorhergesagt.

Wird er mit seinen anderen Prognosen auch Recht behalten?

Stefan Erdmann:

Herr Morris, Sie haben im April dieses Jahres ein äußerst bemerkenswertes Buch mit dem Titel Was Sie nicht wissen sollen veröffentlicht. Darin behaupten Sie, dass die europäische und die amerikanische Wirtschaft gegen die Wand fahren werden. Noch ist das nicht passiert, und es sieht fast so aus, als ob das gegenwärtige System ewig weitergehen könnte. Stehen Sie noch zu Ihrer Aussage?

Michael Morris:

Ja, natürlich. Es ist überhaupt keine Frage, dass die Weltwirtschaft zusammenbrechen wird ? weil sie es muss! Die Frage ist nur, wann?

Stefan Erdmann:

Aber wieso sind Sie sich da so sicher? Die deutsche Wirtschaft zieht doch angeblich sogar wieder an, an den Börsen geht es bergauf, Griechenland wird gerettet, und alles wird wieder gut, oder etwa nicht?

Michael Morris:

Ja, das wäre schön, kann so aber nicht funktionieren. All das Gerede vom Aufschwung ist nur ein plumper Versuch, die Massen ruhigzustellen. Die Zahlen und Statistiken sind sehr einseitig zum Wohle der Auftraggeber gestaltet und haben keinerlei Aussagekraft. Das Wirtschaftsvolumen wächst nur, weil immer mehr Geld in den Markt gepumpt wird. Gleichzeitig ist dieses Geld aber dank hoher Inflation immer weniger wert. Auf dem Papier stehen also höhere Umsätze, aber die sind deswegen nicht mehr wert. Es ist ein Null-Summen-Spiel. Wobei die unteren Einkommensschichten rapide verlieren, während die oberen gewinnen. Da findet eine gewaltige Umverteilung statt. Sobald die Masse der Menschen das verstanden hat, wird es brenzlig.

Stefan Erdmann:

Und warum tun unsere Politiker Ihrer Meinung nach nichts dagegen?

Michael Morris:

Weil sie zum größten Teil keine Ahnung haben. Im Grunde versuchen alle Politiker zur Zeit den Kollaps der Weltwirtschaft und die dadurch drohenden Unruhen hinauszuzögern, damit das Horrorszenario nicht in ihrer Amtszeit, sondern erst in der nächsten Legislaturperiode stattfindet.

Ganz spannend finde ich hierzu den aktuellen Bericht eines Polizeikommissars aus Berlin, der als Sicherheitsbeamter im Bundestag tätig ist und daher täglich mit den Parlamentariern zusammenkommt. Er hat bei einem befreundeten Bauunternehmer vor wenigen Wochen ein Haus im Chiemgau in Auftrag gegeben, dass dieser ganz schnell bauen muss! Auf Nachfragen erklärte er, dass bald alles zusammenbrechen wird, die Rentenkassen leer sind, Griechenland pleite und nicht mehr zu retten ist, und dass die Bundespolitiker das wüssten, es jedoch dem Volke nicht mitteilen würden. Das ist der Stand vom 6. Juli 2011, also ganz frisch! Die Politik weiß, dass das nicht gut gehen kann, was sie da tut, aber genau verstehen sie es nicht. Hauptsache, sie behalten ihre Privilegien und ihre satten Gehälter. Tatsächlich ist es schwierig, die gegenwärtige Lage realistisch einzuschätzen, wenn man keine Ahnung von Wirtschaft, von Geld und Gold, von Banken und von den Börsen hat. Sehen Sie sich doch an, wer Deutschland leitet. Wo kommen Kanzlerin und Vizekanzler her? Was genau sollte diese dazu qualifizieren, eine Wirtschaftsnation zu leiten? Sehen Sie sich die Spitzen der EU an. Da weiß man doch nicht, ob man lachen oder weinen soll! Eine solche Mannschaft kann vielleicht einen Kegelverein leiten, aber doch nicht ganz Europa. Das muss danebengehen. Die verstehen nicht, dass wir an einem Punkt sind, an dem die Wirtschaft zusammenbrechen muss!

Stefan Erdmann:

Sie behaupten, die Wirtschaft müsse zusammenbrechen. Warum? Können Sie uns das genauer erklären?

Michael Morris:

Unser Wirtschaftssystem ist auf permanentes Wachstum aufgebaut, aber unendliches Wachstum kann es auf einem endlichen Planeten nicht geben. Das System ist so gestaltet, dass die Wirtschaft nur wachsen kann, indem Personen, Firmen und Staaten sich verschulden. Durch diese Aufnahme von Schulden wird neues Geld erzeugt, Geld, das zuvor nicht existierte – das nennt man dann »Geldschöpfung.« Das Geld, das als Kredit vergeben wird, wird von den Banken quasi aus dem Nichts heraus erfunden. Dieses Geld existiert nicht wirklich, es ist nicht physisch vorhanden, sondern existiert nur auf dem Papier. Zu Beginn eines neuen Wirtschaftskreislaufes kurbelt dieses zusätzliche Geld den Markt an. Alle ziehen ihre Spendierhosen an, es wird gekauft und investiert, was das Zeug hält. Dann kommt der Punkt, an dem die Menschen übermütig werden, Immobilien-, Rohstoff- und Verbraucherpreise steigen, Blasen entstehen; immer mehr Geld wird von den Banken geschöpft und gegen Zinsen und Zinseszinsen an die gutgelaunten Konsumenten verliehen. Durch die steigende Geldmenge wird das Geld wertloser, es kommt zur Inflation. Irgendwann steigen die Preise stärker als die Einkommen, dann können die Menschen sich wieder weniger leisten, die Wirtschaft gerät ins Stocken. Gleichzeitig sind die Schulden so hoch geworden, dass die Zinslast die Menschen, die Kommunen und ganze Staaten erdrückt. Sie können ihre Kredite nicht mehr bedienen, dann werden sie gezwungen, ihr Tafelsilber zu verscherbeln, um zumindest einen Teil der Schulden zu begleichen. Irgendwann bricht das Ganze zusammen, weil nichts mehr zu holen ist.

Stefan Erdmann:

Das ist der Punkt, an dem Griechenland jetzt ist?

Michael Morris:

Genau. Wobei Griechenland an dem ganzen Schlamassel wenig Schuld hat. Die Griechen hatten keine Chance. Sie mussten in der Eurozone untergehen. Das war von vornherein absehbar.

Stefan Erdmann:

Wie meinen Sie das? Wieso war das von vornherein absehbar?

Michael Morris:

Deutschland ist sehr stolz darauf, dass es so viele hochwertige Güter exportiert. Das ist toll, und für die anderen Länder solange kein Problem, solange sie eine eigene Währung haben. Dann können sie auf deutsche Waren etwa Zölle erheben und so sicherstellen, dass zumindest ein Teil des Geldes im eigenen Land bleibt und nicht alles nach Deutschland abfließt. Solange Griechenland eine eigene Währung hatte, waren bestimmte griechische Produkte gegenüber den deutschen konkurrenzfähig. Sie waren vielleicht nicht ganz so hochwertig, aber sie waren günstiger als die deutschen Güter, auf die Zoll anfiel. Griechenland konnte auch den Wechselkurs zur DM beeinflussen. Es war als Urlaubsland attraktiv, weil es verhältnismäßig günstig war. Dann fielen die einzelnen Währungen und die Zölle weg. Damit konnten griechische Produkte mit deutschen nicht mehr konkurrieren, das ganze Geld floss ins Ausland, die griechische Wirtschaft erlahmte völlig, es kam zu Entlassungen, die Steuereinnahmen sanken, daher nahm die Regierung immer mehr Kredite auf, die sie aber natürlich nicht zurückzahlen kann – wie auch, woher sollte sie das Geld nehmen? Natürlich können sie neue Kredite aufnehmen, also mehr Schulden machen, um die Zinsen auf die alten Schulden zu bezahlen. Aber das ist krank.

Stefan Erdmann:

Das heißt, dass das System für Deutschland besser war als für die Griechen?

Michael Morris:
Nein, nicht für die Deutschen, sondern für die deutschen Banken. Für die war es ein tolles Geschäft. Die müssen die Schulden der Griechen nämlich nicht abschreiben, weil sie angeblich »systemrelevant« sind. Das bedeutet im Klartext, dass sie so viel Macht haben, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Der deutsche Staat muss nun den am Boden liegenden, völlig ausgebluteten Griechen helfen, damit die Banken bloß keine Zahlungsausfälle haben. Gleichzeitig stützt der Staat die Banken mit Geld und mit steuerlichen Vorteilen. Da der Staat die vielen Milliarden dafür aber nicht hat, muss er sie wieder als Kredit bei genau denselben Banken aufnehmen. Dieses Geld, für das wir alle haften, wird dann nach Griechenland geschickt, damit die mit unserem Geld ihre Schulden bei den deutschen Banken begleichen können. Dieses Spiel ist so absurd, dass es kaum zu glauben ist, dass die Banken damit durchkommen. Das tun sie aber, und das schon seit Hunderten von Jahren. Und seit die Banken es im Jahre 1914 geschafft haben, das Geld vom Gold zu trennen ? seit unser Geld also nicht mehr durch wahre Werte gedeckt ist ?, können die Banken mit uns allen machen, was sie wollen – und fast niemand scheint es zu begreifen.

Stefan Erdmann:

Der Rettungsschirm kommt also nicht den Griechen zugute?

Michael Morris:

Nein, natürlich nicht. Im Prinzip kommt im herrschenden Schuldgeldsystem immer alles nur den Banken zugute, und all denen, die mit den Banken eng zusammenarbeiten. Es läuft immer wieder nach dem gleichen Schema ab, egal ob in Griechenland jetzt, oder in Argentinien in den 1990ern. Dafür gibt es so viele Beispiele, vor allem in Afrika und in Südamerika. Man zwingt ein Volk in immense Schulden, bis alle kein Geld mehr haben. Dann zwingt man den Staat dazu, die Ausgaben bei den Sozialleistungen und Gehältern zu kürzen und gleichzeitig die Steuern zu erhöhen. Das bedeutet für die Bevölkerung: geringere Einnahmen bei höheren Ausgaben. Das kann natürlich nicht lange gut gehen. Es ist für die Banken ein bombensicheres Geschäft! Wenn das Land dann zusammengebrochen ist, teilen sich die Geier die Filetstücke auf und lassen dem Volk den wertlosen Rest. Dann gibt es eine Währungsreform, die Bevölkerung muss sich wieder abquälen und alles von vorne aufbauen, wozu sie dann natürlich wieder Kredite bei den Banken aufnehmen muss. Man wirft der Meute wieder ein wenig Fleisch hin, um sie zu ködern. Die schnappen gierig danach, man erzählt ihnen, dass dieses Mal alles besser wird. Aber die Wahrheit ist, dass es nicht besser werden kann, weil dieses System des wertlosen Geldes ? das von Bankern erfunden wird ? im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis ist.

Stefan Erdmann:

Das klingt fast so, als ob hinter all dem ein Plan oder bösartige Berechnung stecken würde.

Michael Morris:

Hinter all dem steckt ohne Zweifel ein Plan. Er ist so simpel wie genial, und funktioniert seit 1694, seit der Gründung der Bank of England als privater Notenbank, ganz hervorragend. In regelmäßigen Abständen, meist alle zwei bis drei Generationen, muss alles zusammenbrechen, weil die Schuldenlast durch den Zinseszins exponential steigt und irgendwann einfach förmlich explodiert. An diesem Punkt stehen wir jetzt. Wir sind kurz vor der Explosion. Mehrere europäische Länder sind bereits seit Jahren zahlungsunfähig und werden künstlich am Leben erhalten, was alles nur noch schlimmer macht, weil die Menschen immer tiefer in die Armut getrieben werden. Die USA sind ab Anfang August endgültig zahlungsunfähig, es sei denn, dass die zwei Parteien sich im letzten Moment einigen und die gesetzlich festgelegte Schuldenobergrenze erneut hochschrauben, was dem Land aber nicht mehr als bestenfalls ein weiteres Jahr bringen würde. Doch davor wird vermutlich die EU kollabieren, was die US-Wirtschaft mit in den Abgrund reißen dürfte. Es ist schwer zu sagen, wer zuerst fällt, denn beide können sich kaum mehr am Leben erhalten.

Stefan Erdmann:

Nun, wenn es einen Plan gibt, dann fragt man sich natürlich, wer dahintersteckt. In Ihrem Buch behaupten Sie, dass es einige wenige Familien sind, die die gesamte westliche Welt regieren. Sie nennen auch deren Namen. Wie muss man sich das vorstellen? Mir fällt diese Vorstellung tatsächlich nicht leicht. Wie machen die das und warum wissen wir nichts davon?

Michael Morris:

Ja, damit tun sich viele Menschen schwer. Genau deshalb funktioniert das System auch so perfekt. Die meisten Menschen tun die Tatsache, dass einigen Wenigen alles gehört, einfach als »Verschwörungstheorie« ab und sagen: »Das ist doch gar nicht möglich« – einfach nur, weil es ihre Vorstellungskraft sprengt. Tatsächlich ist es aber so, dass einige wenige Familien nahezu alles besitzen ? alle Banken, alle großen Konzerne, alle wichtigen Medien. Sie haben Beteiligungen an allen großen Investmentfirmen und Vermögensverwaltungen, was teils sehr verschachtelt und schwer zu durchschauen ist, was ich aber in meinem Buch nachgewiesen habe – etwa mit den Rothschild-Firmen Blackstone und Blackrock, die praktisch an allen deutschen Großunternehmen beteiligt sind.

Familien wie diese haben ihre verlängerten Arme, ihre »Soldaten«, in den meisten Vorständen und Aufsichtsräten sitzen. Sie vergeben über ihre Stiftungen fast alle Gelder für die Forschung und bestimmen somit, woran geforscht wird und in welche Richtung die Ergebnisse gehen. Der Climagate-Schwindel ist ein typisches Beispiel dafür. Es ist bewiesen, dass die globale Erderwärmung ein riesiger Schwindel ist und alle Daten, die in die Richtung Erwärmung zeigten, gefälscht waren. Es gilt als erwiesen, dass die Temperaturen global konstant sinken. Aber mit der angeblichen Erwärmung lässt sich viel Geld verdienen, daher wird in den Medien weiter vom bösen CO2 und von der Erderwärmung berichtet. Solche Dinge werden ganz oben erdacht, und dann wird die genaue Ausführung solcher Aktionen in den einzelnen untergeordneten Gremien weiterentwickelt. Es handelt sich um ein streng hierarchisches System, das alles durchzieht. Ganz oben stehen im Grunde eine Hand voll Familien, deren Macht und Reichtum für den einfachen Menschen nicht vorstellbar ist. Darunter gibt es eine zweite Reihe und eine dritte. Alles in allem sind es vielleicht 200 Familien, die in Organisationen wie dem CFR, der Trilateralen Kommission,

dem Club of Rome, den Bilderbergern und anderen organisiert sind. Über diese Gremien steuern sie die Politik, die sogenannte Wissenschaft und die Presse. Ins Detail zu gehen würde den Rahmen dieses Interviews sprengen, aber ich erkläre das alles ganz ausführlich im Buch.

Stefan Erdmann:

Das ist richtig. Sie gehen dort sehr ins Detail – und es bleibt dennoch verständlich! Ich muss zugeben, dass Ihr Buch das erste für mich war, das den großen Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Geld, Gold, den großen Organisationen wie dem IWF und der BIZ und den Medien einfach verständlich macht. Sie gehen aber noch weiter und bringen auch Themen wie Chemtrails und den vermeintlichen Kampf gegen den Terror in Beziehung dazu. Ist das nicht etwas gewagt?

Michael Morris:

Nein, es hängt alles zusammen …

Stefan Erdmann:

Nun, dann stelle ich doch rasch meine letzte Frage: Wenn alles so verfahren und der große Crash unausweichlich ist, was können wir dann noch tun? Gibt es eine Lösung oder irgendeine Art von Ausweg, oder müssen wir uns auf finstere Zeiten einstellen und Lebensmittel horten?

Michael Morris:

Ja, natürlich gibt es einen Ausweg! Wir müssen den bisherigen Kreislauf einfach durchbrechen. Das läuft vor allem über Bildung und Aufklärung, und dazu versuchen wir beide ja gerade beizutragen. Zum Glück sind wir da nicht die Einzigen. In den letzten Jahren kommt die Wahrheit über die Manipulation der Menschheit an immer mehr Stellen ans Tageslicht. Wir scheinen tatsächlich langsam aus einer Art Dämmerzustand zu erwachen und uns zu emanzipieren. Man könnte sagen, dass wir langsam von der Pubertät ins Erwachsenenalter kommen. Wichtig wird es sein, dass wir den kommenden Crash als eine Chance zur Veränderung wahrnehmen und nicht wieder in alte Gewohnheiten verfallen ? nicht wieder in Angst und Wut, die wieder nur zu Krieg und Elend führen. Die Zeit des Übergangs könnte jedoch hart werden, da müssen wir uns nichts vormachen. Einige Lebensmittel im Schrank zu haben oder sich sonst irgendwie für Eventualitäten zu rüsten, kann auf jeden Fall nicht schaden. So sollte jeder, der die Möglichkeit dazu hat, zumindest ein wenig Gold und Silber haben, um damit einen Teil seines Vermögens abzusichern. Das wird vor allem für den Übergang wichtig, denn der könnte holprig sein. Tatsächlich wird im Moment aber hinter den Kulissen an vielen Orten gleichzeitig von einflussreichen Persönlichkeiten an einem neuen System gearbeitet. Dieses neue System soll gerechter sein und ein friedliches Miteinander fördern. Dazu müssen sowohl das Schuldgeld als auch der Zins abgeschafft werden, was einigen Herrschaften nicht gefallen dürfte, was aber längst überfällig ist. Es könnte vielleicht über ein bedingungsloses Grundeinkommen laufen. Viel mehr kann ich an der Stelle noch nicht sagen, weil all das gerade erst im Entstehen ist. Aber es tut sich was! Es wird sich alles gewaltig verändern in den nächsten Jahren, das kann ich versprechen. Und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es besser wird und wir einen Quantensprung im menschlichen Bewusstsein erleben werden, der für alle Beteiligten Früchte tragen wird. Denn das ist prinzipiell möglich! Aber natürlich müssen wir alle anpacken und Verantwortung übernehmen.

Stefan Erdmann:

Ich danke für das Gespräch!

Alle Hundert Jahre sollte ein Staat Pleite gehen!

Der Finanzminister hatte eine wahre Herkules-Aufgabe übernommen. Nämlich die den Staat zu entschulden. Man hatte ein schweres Erbe vom Vorgänger angetreten und es fiel nun der neuen Regierung zu, extrem unangenehme Maßnahmen zu ergreifen um den Staat wieder Handlungsfähig zu machen. Doch der geerbte Staatsbankrott war trotz vielfältiger Versuche nicht mehr abzuwenden. Die drastischen Einschnitte machten die Regierenden zu den meist gehassten Person des öffentlichen Lebens. Die Bürger gingen auf die Strasse und protestierten, denn sie wollten und konnten die Last der Staatssanierung nicht alleine tragen. Kommt ihnen die Geschichte bekannt vor?   Es handelt sich hierbei nicht um den griechischen Finanzminister im März 2010, wie man meinen könnte. Sondern es handelte sich bei diesem Finanzminister um Abbé Terray und der war Mitte des 18. Jahrhunderts der leidgeprüfte Schatzmeister von König Ludwig XV. von Frankreich. Dieser hatte vom Sonnenkönig Ludwig XIV. ein schweres Erbe übernommen. Abbé Terray fiel nun die Aufgabe der Staatssanierung zu.   Spätestens seit dem Ausbruch der Finanzkrise und der damit verbundenen allgemeinen dramatischen Zuspitzung der Staatsverschuldung wird das Thema Staatspleite wieder heiß diskutiert. In vielen Ländern der Welt ist die Kasse genauso leer wie zu Zeiten des Sonnenkönigs.       Stehen uns Staatsbankrotte bevor?

Meine Antwort darauf ist „Ja, natürlich.“. Jetzt werden sie vielleicht staunen und sich fragen, wie kann der so was sagen? Nun, dass Staaten sich kontinuierlich verschulden ist Teil unseres Geld- und Wirtschaftssystems. Früher oder später können oder wollen sie ihre Schulden nicht mehr bedienen. Die Staatsinsolvenz ist keine Ausnahme sondern ereignet sich in regelmäßigen Abständen. Die Frage ist nicht ob, sondern nur wann das geschieht. Sie glauben mir nicht? In den letzten 200 Jahren hat Spanien bereits achtmal seine Staatsschulden nicht zurückgezahlt. Griechenland fünfmal, Deutschland alleine zweimal im letzten Jahrhundert (1923 und 1948). Auch bestimmte Bundesstaaten der USA haben einst ihre Schulden nicht mehr bedient. Wenn ich Beispiele von Staatspleiten anführe, dann muss ich gar nicht so weit in die Vergangenheit reisen. Die beiden letzten Bankrotteure, die zumindest teilweise ihre Schulden gestrichen haben, waren Russland 1998 und Argentinien 2002. Am Beispiel dieser Länder erkennen wir, dass die Zahlungsunfähigkeit nicht mit dem Ende des Staatsgebildes verbunden ist.

Wann ist ein Staat pleite? Was sind die Folgen einer Staatsinsolvenz?

Am Umgang der Verantwortlichen mit einer Überschuldung des Staats hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert. Die Regierung hat verschiedene Möglichkeiten auf eine drohende Insolvenz zu reagieren. Es existieren, wie bei einer Pyramide, verschiedene Stufen des Risikomanagements. Eine Währungsreform ist nur die letzte Stufe davon. Wie wir in Griechenland sehen konnten neigen zunächst die Regierenden zur Verschleierung der Zahlungskrise. Die kritische Situation wird zunächst verharmlost. Es folgt die Haushaltssanierung mit Ausgabensenkungen durch die Streichung von Sozialleistungen und Subventionen. Höhere Einnahmen sollen durch Steuererhöhungen erzielt werden.   Wenn das nicht ausreicht (und das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie) wird die Druckerpresse womöglich angeworfen. Die Geldmenge wird erhöht. Die Theorie dahinter ist, dass so die Schulden weg inflationiert werden könnten. Nominal würden die Schulden zurückgezahlt, aber das Geld hätte massiv an Kaufkraft verloren. Doch das funktioniert nur, solange keiner das wahre Ausmaß der Krise mitbekommt. Sobald der Kapitalmarkt vom Schuldendesaster und der Inflation erfährt, steigen die Risikoaufschläge und damit die Zinsen für künftige Staatsanleihen. Somit steigen auch wieder die Ausgaben des zuständigen Finanzministers. Das funktionierte auf Dauer nur durch bewusste Desinformation der Öffentlichkeit.   Die nächste Stufe ist eine schwierige, denn die Regierung müsste die Staatsinsolvenz  formell erklären. Damit stellt der Staat fest, dass dieser seine Schulden nicht mehr (ganz oder teilweise) bedient. Im Falle der Insolvenz durch Überschuldung ist zunächst einmal nichts sicher und alles möglich, denn die Geschichte lehrt, dass jede Insolvenz anders abläuft. Dennoch existieren viele Erfahrungswerte und somit parallelen. Umschuldung stände nun auf dem Programm. Der Staat versucht sich durch einen Vergleich mit seinen Gläubigern zu entschulden. Ein Teil der Schulden wird zurückgezahlt und die Restschuld wird gestrichen. Das führt unter anderem bei Staatsanleihen zu empfindlichen Abschlägen. In Deutschland sind neben den vielen Bürgern besonders Pensionsfonds und Versicherer in Staatsanleihen investiert. Man kann sich ja ausrechnen was die Lebensversicherer an Policen noch auszuzahlen im Stande wären, wenn massenhaft Staatsanleihen ausfallen würden. Zwar werden ausländische Gläubiger im Vergleich zu inländischen Gläubigern meist schlechter gestellt, in dem unterschiedliche Rückzahlungsquoten festgelegt werden. Doch wird der Bürger, als Hauptabnehmer von Staatsschulden,  unter dem Strich kaum besser als andere wegkommen. Wer das Angebot akzeptiert wird umgeschuldet und wer nicht akzeptiert bekommt den Schuldendienst gestrichen. Russland und Argentinien haben uns die Umschuldung um die Jahrtausendwende vorgemacht. Wenn alle genannten Maßnahmen die Situation nicht beruhigen, bleibt der Regierung nur noch die letzte Stufe der Pyramide zu erklimmen. Der totale Neuanfang. Der Staat hofft auf die Wiederherstellung des Vertrauens der Kapitalmärkte und Bürger durch  eine neue Währung. Währungsreform! Währungsschnitt! Der Staat entschuldet sich, in dem seine Gläubiger (Bürger) enteignet werden.   Welche Lehren ziehen wir daraus?

Ein Staat geht nicht wirklich Pleite. Er wird nicht liquidiert. Es gibt mehrere Möglichkeiten einer Überschuldung zu begegnen. Neben dem frühzeitigen Sparen, dem Sanieren, dem Umschulden hat er noch als Ultima Ratio den Währungsschnitt, um sich zu entschulden. Schlussendlich müssten die Gläubiger die Rechnung zahlen. Bürger haften für ihre Staaten.    „Die ewige Dauer des Staates erfordert es alle Hundert Jahre den Staatsbankrott zu erklären, damit der Staat seine Bilanzen wieder in Ordnung bringe“ Mit diesem Zitat wurde Abbé Terray unsterblich und ist mit dieser Aussage heute aktueller denn je.

Bankenrettung sorgt für Schuldenrekord

Bankenrettung sorgt für Schuldenrekord

24.450 Euro Schulden je Bürger

Neue Zahlen des statistischen Bundesamts: Bund, Länder und Gemeinden stehen mit fast 2 Billionen Euro in der Kreide – je Bundesbürger entspricht das 24.450 Euro.

„Der höchste absolute Zuwachs des Schuldenstandes in einem Jahr seit Bestehen der Statistik 1950“ Foto: ap

BERLIN/WIESBADEN rtr/taz | Die Rettung der angeschlagenen deutschen Banken hat die Verschuldung in Deutschland 2010 so stark in die Höhe getrieben wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Bund, Länder und Gemeinden waren zum Jahresende insgesamt mit 1,999 Billionen Euro verschuldet, je Bundesbürger entspricht das 24.450 Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit.

Allein seit dem Ende des Krisenjahrs 2009 stiegen die Schulden um 304,4 Milliarden Euro oder 18 Prozent. „Dies war der höchste absolute Zuwachs des Schuldenstandes in einem Jahr seit Bestehen der Statistik 1950“, sagte ein Statistiker. Inzwischen fließen rund 15 Prozent des Bundeshaushalts in Zinszahlungen.

Wichtigster Grund für die wachsenden Verbindlichkeiten sind die sogenannten Bad Banks: Allein die Stützung der verstaatlichten Hypo Real Estate und der Landesbank WestLB trieben den Schuldenstand um 232,2 Milliarden Euro in die Höhe. Ein kleiner Teil des Geldes könnte allerdings womöglich bald wieder zurückfließen. Denn die Brüsseler EU-Kommission moniert angebliche Fehler bei der Auslagerung. In beiden Fällen sollen die Banken Risikopapiere zu einem zu hohen Wert in die Abwicklungsanstalten verschoben haben. Mehr als 10 Milliarden Euro unzulässiger Beihilfe soll die öffentliche Hand so an die HRE und rund 3,4 Milliarden an die WestLB gezahlt haben.

20 Prozent mehr Schulden

Nach Angaben der Statistiker mussten vor allem der Bund und die Länder die Zusatzbelastungen tragen: Beim Bund stiegen die Schulden um mehr als ein Fünftel auf 1,284 Billionen Euro, bei den Ländern um 13 Prozent auf 595,3 Milliarden Euro.

Lediglich Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern konnten ihre Verschuldung reduzieren, während die Turbulenzen der WestLB den Haushalt Nordrhein-Westfalens stark belasteten und den Schuldenstand um 40 Prozent in die Höhe trieben.

Doch auch die Gemeinden rutschten trotz Konjunkturbelebung tiefer in die roten Zahlen: Hier legte die Verschuldung laut Statistikamt um 4,9 Prozent oder 5,56 Milliarden Euro auf 119,4 Milliarden zu. Allerdings rechnet Wiesbaden lediglich die Schulden am Kapitalmarkt und die Kassenkredite ein, nicht die Schulden der Sozialversicherungen. Der Deutsche Städtetag hatte zuletzt eine Rekordneuverschuldung der Gemeinden und Kommunen von 9,8 Milliarden Euro bekannt gegeben.

http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/24450-euro-schulden-je-buerger/